August 19, 2026
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Bewerbungen auf mehrsprachige Stellen nehmen zu: Was unsere Daten aus dem Jahr 2025 über die Bewerbernachfrage in Griechenland und Portugal zeigen

Candidate Demand in Greece and Portugal

Das Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern an verfügbaren mehrsprachigen Jobs nimmt rasant zu.


Eine Analyse der Recruiting-Daten von Speakit zeigt, dass die Zahl der Bewerbungen auf mehrsprachige Stellen in Griechenland und Portugal zwischen 2024 und 2025 insgesamt um 37,9% gestiegen ist.


Griechenland verzeichnete dabei das stärkste Wachstum: Die Zahl der Bewerbungen stieg um 51,8%, während die Bewerbungen auf Stellen in Portugal um 26,3% zunahmen.


Für Arbeitgeber, die mehrsprachige Teams aufbauen, deuten diese Zahlen auf einen wachsenden und zunehmend aktiven Bewerbermarkt hin. Gleichzeitig zeigen sie eine komplexere Realität: Ein größerer Bewerberpool führt nicht automatisch zu einem proportionalen Anstieg erfolgreicher Einstellungen.


Da das Interesse an internationalen Beschäftigungsmöglichkeiten zunimmt, benötigen Arbeitgeber effizientere Prozesse. Diese sollten es ermöglichen, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu identifizieren, sie mit passenden Positionen zusammenzubringen und sie während des gesamten Bewerbungsprozesses zu begleiten – von den Vorstellungsgesprächen über das Vertragsangebot bis hin zu einer gegebenenfalls notwendigen Relocation.

 

Wichtige Erkenntnisse aus den Recruiting-Daten von Speakit

Metric

Griechenland

Portugal

Insgesamt

Wachstum der Bewerbungen, 2025 gegenüber 2024

+51.8%

+26.3%

+37.9%

Erfasste Einstellungsquote, 2024

4.28%

1.14%

2.57%

Erfasste Einstellungsquote, 2025

2.79%

0.79%

1.79%

Veränderung der erfassten Einstellungsquote

-1.49

-0.35

-0.78

Die deutlichste Erkenntnis ist der Anstieg der Bewerberaktivität. Die Zahl der Bewerbungen ist in beiden Märkten gestiegen. Dies zeigt, dass mehrsprachige und internationale Karrieremöglichkeiten weiterhin auf großes Interesse stoßen.

Das Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern stieg in Griechenland am stärksten

Griechenland verzeichnete im Jahresvergleich einen Anstieg der Bewerbungen um 51,8% und und wies damit im Vergleich der beiden Märkte das stärkere Wachstum der Bewerbernachfrage auf.


Die Ergebnisse deuten auf ein zunehmendes Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern hin, die nach beruflichen Möglichkeiten in Griechenland suchen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich immer mehr Bewerberinnen und Bewerber für Jobs in Griechenland interessieren.


Öffentlich zugängliche Informationen zum Arbeitsmarkt liefern hierzu einen relevanten Kontext. EURES identifizierte im Jahr 2024 Kundenservicekräfte als eine der Berufsgruppen, in denen besonders häufig Arbeitskräftemangel auftrat.

Icrease of Candidates in Greece

Dies ist insbesondere für die Rekrutierung mehrsprachiger Fachkräfte relevant, da viele Stellen, für die Fremdsprachenkenntnisse erforderlich sind, in den Bereichen Kundenservice, Vertrieb, Reisedienstleistungen, Account Management und anderen kundenorientierten Funktionen zu finden sind.


Griechenland verfügt zudem über eine bedeutende Tourismus- und Gastgewerbebranche, die eine zusätzliche Nachfrage nach Sprachkenntnissen schaffen kann. Bei der Analyse der jährlichen Recruiting-Entwicklung sollten Arbeitgeber jedoch den Einfluss saisonaler Schwankungen berücksichtigen, insbesondere bei Positionen im Zusammenhang mit Reisen, Unterkünften und saisonalem Kundenservice.

Portugal bleibt ein etablierter Markt für mehrsprachige Beschäftigung


Die geringere Wachstumsrate bei den Bewerbungen sollte nicht als Zeichen für ein geringes Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern oder ein begrenztes Angebot an mehrsprachigen Jobs in Portugal interpretiert werden.


Portugal hat ein etabliertes internationales Beschäftigungsökosystem entwickelt, insbesondere in Lissabon und Porto. Im Großraum Lissabon gibt es zahlreiche Contact Center, Business-Service-Einheiten und Shared-Service-Center, die gezielt Mitarbeitende mit spezifischen Fremdsprachenkenntnissen einstellen.


Darüber hinaus verzeichnete Portugal laut den aktuellsten vergleichbaren EURES-Daten einen höheren Anteil ausländischer Arbeitskräfte an der erwerbstätigen Bevölkerung als Griechenland.
 

Kennzahl

Griechenland

Portugal

Beschäftigungsquote, 2023

61.8%

72.4%

Arbeitslosenquote, 2023 

11.1%

6.5%

Anteil ausländischer Arbeitskräfte an der Erwerbsbevölkerung, 2023

8.2%

14.3%

Quote der offenen Stellen, 2023

1.6%

1.4%

Quelle: EURES-Länderprofile zum Arbeitsmarkt, die sich hauptsächlich auf Datensätze von Eurostat stützen.
 

 Die Beschäftigungsquote in Portugal war höher, die Arbeitslosenquote niedriger und der Anteil ausländischer Arbeitskräfte an der Erwerbsbevölkerung größer.


Diese Indikatoren zeigen, dass Portugal im Vergleich über einen stärker international ausgerichteten Arbeitsmarkt verfügt. Sie bedeuten jedoch nicht, dass jede mehrsprachige Position leichter zu besetzen ist.


Nationale Arbeitsmarktindikatoren liefern einen wichtigen Kontext, sagen jedoch nicht unmittelbar voraus, wie erfolgreich die Rekrutierung mehrsprachiger Fachkräfte verlaufen wird.

 

Warum mehr Bewerbungen nicht automatisch zu mehr Einstellungen führen

 

Obwohl die Zahl der Bewerbungen gestiegen ist, ist der Anteil der Bewerbungen, die zu einer erfassten Einstellung führten, in beiden Ländern zurückgegangen.


In Griechenland sank die erfasste Einstellungsquote von 4,28% im Jahr 2024 auf 2,79% im Jahr 2025. In Portugal ging sie von 1,14% auf 0,79% zurück. Insgesamt sank die Quote von 2,57% auf 1,79%.
 

Diese Zahlen sollten mit Bedacht interpretiert werden.


Eine niedrigere Quote von Bewerbungen zu Einstellungen kann verschiedene Gründe haben, darunter:

Veränderungen bei der Anzahl oder Art der verfügbaren Stellen.

 

Mehr Bewerbungen auf einzelne Stellen.
Die Rekrutierung anderer Sprachen oder unterschiedlicher beruflicher Profile.
Bewerberinnen und Bewerber, die sich auf mehrere Positionen bewerben.
Bewerbungen von Personen, die nicht alle Anforderungen der jeweiligen Stelle erfüllen.
Unterschiede zwischen den Erwartungen der Bewerberinnen und Bewerber und dem angebotenen Beschäftigungspaket.
Rückzüge von Bewerberinnen und Bewerbern während des Bewerbungsgesprächs, nach einem Vertragsangebot oder im Rahmen eines Relocation-Prozesses.
Längere Entscheidungsprozesse.
Veränderungen bei der Erfassung von Bewerbungen oder Einstellungen.

Der aktuelle Datensatz ermöglicht es Speakit nicht festzustellen, welcher dieser Faktoren den größten Einfluss hatte. Der Rückgang der erfassten Einstellungsquote sollte im Kontext des deutlichen Anstiegs des Bewerbungsvolumens sowie der Veränderungen bei der Recruiting-Nachfrage, den Bewerberprofilen und den Anforderungen an Einstellungen betrachtet werden.


Die verfügbaren Daten deuten nicht auf eine Verschlechterung der Recruiting-Performance hin. Vielmehr verdeutlichen sie, wie wichtig es ist, die Conversion-Rate gemeinsam mit dem Bewerbungsvolumen, der Anzahl der offenen Stellen und der Eignung der Bewerberinnen und Bewerber zu bewerten.


Was die Daten jedoch eindeutig zeigen: Ein wachsender Bewerberpool schafft sowohl Chancen als auch zusätzliche Komplexität. Arbeitgeber haben Zugang zu einer größeren Zahl interessierter Kandidatinnen und Kandidaten. Gleichzeitig benötigen sie effektive Verfahren, um zu erkennen, welche Bewerberinnen und Bewerber qualifiziert und verfügbar sind und den Recruiting-Prozess tatsächlich erfolgreich durchlaufen können.

 

Relocation ist ein Bestandteil des Recruiting

 

Grenzüberschreitende Mobilität spielt eine zentrale Rolle dabei, warum Unternehmen Griechenland und Portugal als globale Talentzentren wählen.


Offizielle Migrationsdaten zeigen, dass beide Länder im Jahr 2024 eine positive Nettomigration verzeichneten.

Migrationsinikator, 2024

Griechenland

Portugal

Zuwanderung

132,149

177,557

Abwanderung

78,014

33,916

Nettomigration

+54,135

+143,641

Quellen: ELSTAT und Statistics Portugal. Definitionen und Schätzmethoden können sich zwischen den nationalen Statistiksystemen unterscheiden.


Portugal verzeichnete den größeren positiven Wanderungssaldo, doch beide Märkte ziehen Menschen aus dem Ausland an.


Die portugiesische Agentur für Integration, Migration und Asyl (AIMA) meldete Ende 2024 rund 1,54 Millionen ausländische Einwohnerinnen und Einwohner. Dabei wurde eine weit gefasste Definition verwendet, die mehrere Kategorien von Aufenthaltstiteln und Regularisierungsverfahren umfasst.


Derselbe Bericht weist 24.868 deutsche Staatsangehörige unter der ausländischen Wohnbevölkerung Portugals aus und verzeichnet für das Jahr 2024 insgesamt 3.691 an deutsche Staatsangehörige ausgestellte Aufenthaltstitel.


Die Zahl der erteilten Aufenthaltstitel sollte nicht als Anzahl der Deutschen dargestellt werden, die im betreffenden Jahr tatsächlich nach Portugal umgezogen sind. Der Zeitpunkt der Erteilung eines Aufenthaltstitels kann vom tatsächlichen Einreisedatum einer Person abweichen.


Dennoch zeigen die Zahlen, dass Portugal über eine etablierte internationale Bevölkerung verfügt, zu der auch eine bedeutende deutschsprachige Gemeinschaft gehört.


Für Arbeitgeber stellt die Existenz einer mobilen internationalen Arbeitsbevölkerung eine Chance dar. Gleichzeitig kann ein Relocation-Prozess jedoch zu Reibungsverlusten zwischen dem Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern und einer tatsächlich erfolgten Einstellung führen.


Zu den möglichen Herausforderungen gehören:

Verfügbarkeit von Wohnraum und Mietpreise.
Die anfänglichen Kosten eines Umzugs.
Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigungen und erforderliche Dokumente.
Verzögerungen bei administrativen Verfahren.
Unzureichende Informationen über das angebotene Relocation-Paket.
Familiäre und partnerschaftliche Überlegungen
Unterschiede zwischen den Gehaltsvorstellungen und den lokalen Lebenshaltungskosten.
Unsicherheit hinsichtlich des Arbeitsvertrags oder der konkreten Position vor der Ankunft.

Herausforderungen im Zusammenhang mit der Relocation können dazu führen, dass grundsätzlich geeignete Bewerberinnen und Bewerber den Einstellungsprozess nicht erfolgreich abschließen.

 

Was die Ergebnisse für Arbeitgeber bedeuten

 

Der Anstieg des Interesses von Bewerberinnen und Bewerbern ist eine positive Entwicklung für Unternehmen, die mehrsprachige Mitarbeitende einstellen. Dadurch entsteht sowohl in Griechenland als auch in Portugal ein größerer potenzieller Talentpool.


Arbeitgeber sollten jedoch nicht davon ausgehen, dass ein höheres Bewerbungsvolumen automatisch zur Lösung ihrer Recruiting-Anforderungen führt.
 

Um das gestiegene Interesse in erfolgreiche Einstellungen umzuwandeln, sollten sich Unternehmen auf mehrere Bereiche konzentrieren.

Set clear expectations from the beginning

Job advertisements should clearly communicate the responsibilities, language requirements, working model, salary range, shifts, location and relocation conditions.

Candidates are more likely to withdraw when important employment details appear late in the process.

Assess language and role suitability early

Language ability alone does not guarantee suitability for every multilingual position.

Early screening should evaluate both language proficiency and the practical requirements of the role, such as sales skills, technical knowledge, customer support experience or shift availability.

Keep recruitment processes moving

Multilingual candidates frequently apply for opportunities in several countries or with several employers at the same time.

Long delays between screening, interviews and offers increase the risk of losing suitable candidates to faster-moving employers.

Treat relocation support as part of the offer

Relocation assistance should be explained before the final stages of recruitment.

Candidates need to understand what support is included, such as travel, temporary accommodation, housing guidance, documentation assistance or a relocation allowance.

Griechenland oder Portugal: Welcher Markt bietet die größeren Chancen?


Die Daten liefern keine ausreichende Grundlage dafür, ein Land pauschal als den grundsätzlich stärkeren Standort für die Rekrutierung mehrsprachiger Fachkräfte zu bezeichnen.


Griechenland verzeichnete in den Daten von Speakit das höhere Wachstum bei den Bewerbungen und zeigte ein deutlicheres nationales Signal für Arbeitskräftemangel im Zusammenhang mit Berufen im Kundenservice.


Portugal verfügt hingegen über einen größeren Anteil internationaler Arbeitskräfte und ein etabliertes Ökosystem für mehrsprachige Dienstleistungen, insbesondere in Lissabon und Porto.


Welcher Standort die besseren Voraussetzungen bietet, hängt von den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Arbeitgebers ab, darunter:
 

  • Die gesuchte Sprache.
  • Die Anzahl der offenen Stellen.
  • Die Position und der jeweilige Sektor.
  • Die Zielstadt.
  • Gehalt und Zusatzleistungen.
  • Anforderungen an die Arbeit im Büro oder im Homeoffice.
  • Unterstützung bei der Relocation.
  • Die erforderliche Geschwindigkeit des Recruiting-Prozesses.
  • Die Verfügbarkeit geeigneter Bewerberinnen und Bewerber zum Zeitpunkt der Rekrutierung.
     


Eine Recruiting-Kampagne für deutschsprachige jobs in Griechenland kann auf andere Rahmenbedingungen treffen als eine Kampagne für deutschsprachige jobs in Portugal. Statistiken auf Länderebene können diese Unterschiede allein nicht abbilden.


Für Arbeitgeber lautet die entscheidende Frage daher nicht einfach: „Griechenland oder Portugal?“


Vielmehr geht es um die Frage: „Welche Kombination aus Standort, Position, Sprache, Beschäftigungspaket und Unterstützung der Bewerberinnen und Bewerber bietet die beste Übereinstimmung mit unseren Recruiting-Anforderungen?“


Was die Daten von Speakit über die nächste Phase der Rekrutierung mehrsprachiger Fachkräfte zeigen
 

Das Wachstum bei den Bewerbungen zeigt, dass mehrsprachige Beschäftigungsmöglichkeiten weiterhin attraktiv sind.
 

Bewerberinnen und Bewerber zeigen nach wie vor Interesse an internationalen Karrieren, fremdsprachigen Positionen sowie an Möglichkeiten, in Griechenland oder Portugal zu leben und zu arbeiten.
 

Die Herausforderung für Arbeitgeber besteht daher nicht mehr allein darin, genügend Menschen zu erreichen. Vielmehr geht es darum, das Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern in nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln.
 

Dafür sind folgende Faktoren entscheidend:

 

  • Präziseres Targeting.
  • Eine bessere Qualifizierung der Bewerberinnen und Bewerber.
  • Schnellere Recruiting-Entscheidungen.
  • Wettbewerbsfähige und transparente Beschäftigungspakete.
  • Realistische Unterstützung bei der Relocation.
  • Eine kontinuierliche Kommunikation bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn.
     

Arbeitgeber, die diese Bereiche effektiv steuern, werden besser positioniert sein, um vom wachsenden Pool an mehrsprachigen Talenten zu profitieren.
 

Fazit

 

Das Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern an mehrsprachigen Stellenangeboten steigt sowohl in Griechenland als auch in Portugal.


Die Daten von Speakit zeigen zwischen 2024 und 2025 einen Gesamtanstieg der Bewerbungen um 37,9%, wobei insbesondere Griechenland ein starkes Wachstum verzeichnete.


Für HR-Verantwortliche, Talent-Acquisition-Teams, BPO-Unternehmen und Shared-Service-Center stellt dies eine bedeutende Recruiting-Chance dar. Gleichzeitig unterstreicht es einen wichtigen Punkt: Die Größe eines Bewerberpools allein bestimmt noch nicht den Erfolg eines Recruiting-Prozesses.


Die Arbeitgeber, die am stärksten von der wachsenden Nachfrage seitens der Bewerberinnen und Bewerber profitieren werden, sind diejenigen, die in der Lage sind, die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten zu identifizieren, klar zu kommunizieren, schnelle Entscheidungen zu treffen und internationale Bewerberinnen und Bewerber bei den praktischen Herausforderungen einer Relocation zu unterstützen.
 

Mehrsprachige Talente zeigen Interesse. Der nächste Wettbewerbsvorteil besteht darin, dieses Interesse in langfristig passende Einstellungen umzuwandeln.