Griechenland oder Portugal: Welcher Markt bietet die größeren Chancen?
Die Daten liefern keine ausreichende Grundlage dafür, ein Land pauschal als den grundsätzlich stärkeren Standort für die Rekrutierung mehrsprachiger Fachkräfte zu bezeichnen.
Griechenland verzeichnete in den Daten von Speakit das höhere Wachstum bei den Bewerbungen und zeigte ein deutlicheres nationales Signal für Arbeitskräftemangel im Zusammenhang mit Berufen im Kundenservice.
Portugal verfügt hingegen über einen größeren Anteil internationaler Arbeitskräfte und ein etabliertes Ökosystem für mehrsprachige Dienstleistungen, insbesondere in Lissabon und Porto.
Welcher Standort die besseren Voraussetzungen bietet, hängt von den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Arbeitgebers ab, darunter:
- Die gesuchte Sprache.
- Die Anzahl der offenen Stellen.
- Die Position und der jeweilige Sektor.
- Die Zielstadt.
- Gehalt und Zusatzleistungen.
- Anforderungen an die Arbeit im Büro oder im Homeoffice.
- Unterstützung bei der Relocation.
- Die erforderliche Geschwindigkeit des Recruiting-Prozesses.
- Die Verfügbarkeit geeigneter Bewerberinnen und Bewerber zum Zeitpunkt der Rekrutierung.
Eine Recruiting-Kampagne für deutschsprachige jobs in Griechenland kann auf andere Rahmenbedingungen treffen als eine Kampagne für deutschsprachige jobs in Portugal. Statistiken auf Länderebene können diese Unterschiede allein nicht abbilden.
Für Arbeitgeber lautet die entscheidende Frage daher nicht einfach: „Griechenland oder Portugal?“
Vielmehr geht es um die Frage: „Welche Kombination aus Standort, Position, Sprache, Beschäftigungspaket und Unterstützung der Bewerberinnen und Bewerber bietet die beste Übereinstimmung mit unseren Recruiting-Anforderungen?“
Was die Daten von Speakit über die nächste Phase der Rekrutierung mehrsprachiger Fachkräfte zeigen
Das Wachstum bei den Bewerbungen zeigt, dass mehrsprachige Beschäftigungsmöglichkeiten weiterhin attraktiv sind.
Bewerberinnen und Bewerber zeigen nach wie vor Interesse an internationalen Karrieren, fremdsprachigen Positionen sowie an Möglichkeiten, in Griechenland oder Portugal zu leben und zu arbeiten.
Die Herausforderung für Arbeitgeber besteht daher nicht mehr allein darin, genügend Menschen zu erreichen. Vielmehr geht es darum, das Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern in nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln.
Dafür sind folgende Faktoren entscheidend:
- Präziseres Targeting.
- Eine bessere Qualifizierung der Bewerberinnen und Bewerber.
- Schnellere Recruiting-Entscheidungen.
- Wettbewerbsfähige und transparente Beschäftigungspakete.
- Realistische Unterstützung bei der Relocation.
- Eine kontinuierliche Kommunikation bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn.
Arbeitgeber, die diese Bereiche effektiv steuern, werden besser positioniert sein, um vom wachsenden Pool an mehrsprachigen Talenten zu profitieren.
Fazit
Das Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern an mehrsprachigen Stellenangeboten steigt sowohl in Griechenland als auch in Portugal.
Die Daten von Speakit zeigen zwischen 2024 und 2025 einen Gesamtanstieg der Bewerbungen um 37,9%, wobei insbesondere Griechenland ein starkes Wachstum verzeichnete.
Für HR-Verantwortliche, Talent-Acquisition-Teams, BPO-Unternehmen und Shared-Service-Center stellt dies eine bedeutende Recruiting-Chance dar. Gleichzeitig unterstreicht es einen wichtigen Punkt: Die Größe eines Bewerberpools allein bestimmt noch nicht den Erfolg eines Recruiting-Prozesses.
Die Arbeitgeber, die am stärksten von der wachsenden Nachfrage seitens der Bewerberinnen und Bewerber profitieren werden, sind diejenigen, die in der Lage sind, die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten zu identifizieren, klar zu kommunizieren, schnelle Entscheidungen zu treffen und internationale Bewerberinnen und Bewerber bei den praktischen Herausforderungen einer Relocation zu unterstützen.
Mehrsprachige Talente zeigen Interesse. Der nächste Wettbewerbsvorteil besteht darin, dieses Interesse in langfristig passende Einstellungen umzuwandeln.